Der unterschätzte Faktor: Was dein Strompreis mit den Gerätekosten macht
Alle vergleichen Geräte, kaum jemand vergleicht den Preis, mit dem jedes Gerät multipliziert wird: die eigenen Stromkosten pro Kilowattstunde. Dabei ist der Tarif der einzige Faktor, den du ohne Neukauf sofort ändern kannst.
Dieselbe Maschine, drei Preisschilder
Ein Waschtrockner mit ~300 kWh Jahresverbrauch (150 Wasch- + 80 Komplett-Zyklen):
| Tarif | ct/kWh | Kosten/Jahr | Kosten/10 Jahre |
|---|---|---|---|
| teure Grundversorgung | 45 | 135 € | 1.350 € |
| Durchschnitt | 35 | 105 € | 1.050 € |
| günstiger Marktarif | 27 | 81 € | 810 € |
Zwischen oben und unten liegen 540 € über die Gerätelebensdauer – mehr, als die Modellwahl typischerweise ausmacht. Und das ist nur ein einziges Gerät: Beim Gesamthaushalt (3.000–4.000 kWh) wachsen dieselben 18 Cent Unterschied auf 540–720 € pro Jahr.
Warum so viele im teuren Tarif stecken
Wer nie gewechselt hat, steht meist in der Grundversorgung – dem tendenziell teuersten Tarif des örtlichen Versorgers. Der Wechsel ist seit Jahren stark vereinfacht: Der neue Anbieter kündigt beim alten, die Versorgung ist gesetzlich lückenlos garantiert, niemand steht ohne Strom da. Kündigungsfrist in der Grundversorgung: nur zwei Wochen.
Worauf beim Vergleich achten
Auf den Arbeitspreis und Grundpreis statt auf Boni schauen: Einmalige Neukundenboni machen Tarife im ersten Jahr künstlich billig; entscheidend ist der Preis ab dem zweiten Jahr. Vertragslaufzeit maximal 12 Monate, Preisgarantie mindestens so lang wie die Laufzeit. Und den eigenen Jahresverbrauch aus der letzten Abrechnung nehmen, nicht schätzen – der Standardwert der Portale liegt oft daneben.
Die richtige Reihenfolge
1. Tarif prüfen – größter Hebel, null Investition. 2. Beim nächsten Gerätekauf auf Verbrauch achten – der Echtkosten-Rechner zeigt dir den Unterschied in Euro, mit deinem tatsächlichen kWh-Preis (einfach oben eintragen). 3. Nutzung optimieren – die 8 Hebel beim Trocknen.